Behandlung von Tumorerkrankungen der Wirbelsäule

mit BlackArmor® Implantaten

Das Skelettsystem stellt nach Leber und Lunge den dritthäufigsten Manifestationsort von Metastasen dar. Davon treten Knochenmetastasen am häufigsten in der Wirbelsäule auf (60 bis 80 %). Weitere bevorzugte Körperregionen sind Becken, Femur, Rippen und Humerus. 30 bis 50 % aller Patienten, die an einem bösartigen Tumor (Malignom) erkranken, entwickeln ossäre Metastasen- sehr häufig im Bereich der Wirbelsäule.

(Schultheiss, M. 2007. 'Operative Therapieoptionen bei Skelettmetastasen', Orthopädie und Unfallchirurgie up2date, 2: 141-56.)

Vorteile in der Tumorbehandlung

Vorteile

Eicker et al. berichten über die Versorgung von je 5 Patienten mit dem BlackArmor® Carbon/PEEK Pedikelsystem bei degenerativer Indikation bzw. metastatischer Tumorerkrankung. Die Darstellung der Pedikelschraube ist in CT wie auch im MRT mit minimierten Artefakten möglich. Die Nachsorge der Tumorpatienten ist durch diese Bildgebung von grossem Vorteil.

(Eicker et al. 2016. 'First experience with carbon fibers/peek pedicle screws', J Neurosurg Sci, 61: 222-4)

Eine weitere Studie befasst sich mit der Auswirkung unterschiedlicher Materialien von Pedikelschrauben auf die Berechnung der Dosisverteilung bei Photonen- und Protonenstrahlung. Basis für die Erstellung von Bestrahlungsplänen ist ein CT- Datensatz einer Phantomstudie an icotec BlackArmor® Carbon/PEEK und icotec Titanschrauben. Die Aufhärtungs- und Partialvolumenartefakte der Titanschrauben beeinträchtigen die Berechnung der Dosisverteilung. Die BlackArmor® Carbon/PEEK Schrauben lieferten eine beinahe artefaktfreie Bildgebung, welche eine homogene Dosisverteilung sowie eine ausreichende Dosis im Zielvolumen sowohl bei Protonen- als auch Photonenstrahlung ermöglichte.

(Kashua et al. 2016. 'Auswirkung unterschiedlicher Implantatmaterialien auf die Berechnung der Dosisverteilung', 22.Jahrestagung DEGRO, 192 Suppl. 1, 109.)

  • Schritt

    Chirurgische Behandlung
    State-of-the-art Pedikelsystem und Operationstechnik

    Sichere Stabilisierung der Wirbelsäule

    • Festigkeit vergleichbar mit Titansystemen
    • Muskelschonender Zugang aufgrund kanülierter Schrauben
    • Verbesserte Knochenintegration durch poröse Titanbeschichtung
  • Schritt

    Planung
    Exakte Abgrenzung und zeitsparende Planung der Bestrahlungsdosis

    BlackArmor® Carbon/PEEK Material erzeugt kaum Artefakte

    • Optimale Darstellung und Abgrenzung der anatomischen Strukturen
    • Strahlendurchlässiges Carbon/PEEK Material ermöglicht homogenere Planung der Bestrahlungsdosis
    • Signifikant reduzierte Planungszeit
    • Reduzierte Artefakte bei CT und MRT ergeben eine höhere Datenqualität für das Planen der Bestrahlungstherapie
  • Schritt

    Therapie
    Ungehinderter Durchtritt der therapeutischen Strahlung

    Wirksame Radiotherapie mit BlackArmor® Carbon/PEEK

    • Stark reduzierte Strahlenabschirmung oder Streustrahlung im Vergleich zu Metall
    • Schutz des umliegenden Gewebes und der Organe
    • Homogene Dosisverteilung
    • Korrekte Dosis im Zielvolumen
  • Schritt

    Nachkontrolle
    Voller Durchblick für eine sichere Diagnostik

    Klinische Nachkontrolle

    • Sorgfältige und präzise Uberprüfung auf Rezidive möglich
    • Bessere diagnostische Bildgebung bei jeder Nachkontrolle im Vergleich zu Implantaten aus Metall

Klinische Fragen

FAQs

Was muss ich vor dem Einsatz über die Produkte von icotec wissen? Die wichtigsten Antworten zum Umgang mit unseren Implantaten finden Sie hier. Für weiterfürhende Informationen nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

  • Gibt es einen Partikelabrieb von Carbon/PEEK?

    Partikel und deren Entstehung

    Partikel entstehen grundsätzlich immer und überall, wo Implantatteile aneinander reiben oder Implantate sich gegen Gewebe bewegen bzw. daran reiben. Dabei reichen schon Mikrobewegungen, um Partikel zu generieren. Diese Partikel können aufgrund ihrer Grösse, Geometrie und Chemie unterschiedliche Reaktionen im Körper auslösen, können im Körper eingeschlossen und isoliert werden, können zelluläre Reaktionen (bis hin zu Tumorwachstum) auslösen, aber auch über weite Strecken transportiert und in Geweben abgelagert werden.

    Biokompatibilität von Kohlefasern und PEEK

    Die sehr gute Biokompatibilität von reinen, unbeschichteten Kohlefasern wurde schon 1982 von Tayton in einer Tierstudie mit Ratten belegt (Tayton, Phillips, and Ralis 1982). Die Biokompatibilität von Polyetheretherketon (PEEK) ist in den Untersuchungen von Williams analysiert und bestätigt worden (Williams D.F. 1987). BlackArmor® besteht aus genau diesen Materialien: reinen, unbeschichteten Kohlefasern und PEEK-Polymer, das nach ASTM als «medical grade» eingestuft wird und somit als Implantatmaterial geeignet ist.

    Partikel und Abrieb von Carbon/PEEK Implantaten

    Die von Steinberg (Steinberg et al. 2013) untersuchten Carbon/PEEK Trauma-Implantate (Tibia-Nagel, dynamische Kompressionsplatte (DCP), proximale Humerusplatte und volare distale Radiusplatte) durchliefen alle eine dynamische Prüfung von 1 Million Zyklen. Das Volumen der Abriebpartikel wurde bestimmt (0,50 mm Carbon/PEEK) und liegt tiefer als bei Titanimplantaten (1,19 mm 3 Titanpartikel). Tullberg beschreibt einen einzelnen Fall (Case-Report) von Abrieb bei einem I/F Brantigan Cage (Tullberg 1998). Der Brantigan Cage ist ein Carbon/PEEK Cage, mit 30 % Fasern von einer Länge im mm-Bereich. Die Fusion ist wegen einer Infektion im Segment misslungen und der Cage durch die fortwährende Belastung gebrochen. Dies hat wegen der anhaltenden Bewegung und somit Reibung zwischen Knochen und Implantat zu starker Partikelbildung geführt, welche auch in den Spinalkanal gestreut hat. Histologisch ist nur wenig Entzündungsreaktion gefunden worden; diese muss bei der vorliegenden Infektion nicht zwingend mit dem Implantat zusammenhängen. Auch Togawa kommt in seiner Analyse von 8 entfernten Carbon/PEEK Cages (Kurzfasern) zu ähnlichen Schlussfolgerungen (Togawa et al. 2004). Obwohl mehr Abriebpartikel von den Carbon/PEEK Cages im Vergleich zu den entfernten Titan-Cages gefunden wurden, gab es keine nachweislichen Osteolysen oder Entzündungsreaktionen, die mit dem Abrieb in Verbindung gebracht werden konnten.

    Partikel und Abrieb der Titanbeschichtung

    Bei Cages und Pedikelschrauben von icotec, bei welchen die Titanbeschichtung auf Carbon/PEEK aufgebracht ist, wurden bisher keine solchen Effekte beobachtet. Die Schicht erfüllt alle Kriterien zur Haftfestigkeit gegenüber Scher- und Zugbelastungen, im statischen und dynamischen Fall. Da es sich bei der Titanschicht um ein Reintitan nach ASTM-Norm handelt, kann davon ausgegangen werden, dass sich die zellulären Reaktionen auf Abrieb dieser Schicht sehr gut mit den Reaktionen auf konventionelle Titanimplantate vergleichen lässt und daher unkritisch ist.

    Folgende Aussagen zu Partikeln und Gewebsreaktionen auf Carbon/PEEK sind wissenschaftlich belegt

    Die Biokompatibilität von Carbon/PEEK ist sehr gut. Abrieb kann bei der Operation durch Verletzung des Materials oder durch irgendwelche Bewegungen zwischen Implantaten und/oder Geweben entstehen und entzündliche Reaktionen hervorrufen. Entzündungsreaktionen von Carbon/PEEK unterscheiden sich nicht von denen von Titanimplantaten (Cotic et al. 2015; Gerlach et al. 2004).

  • Wie kann ich die intra- bzw. extraartikuläre Lage der Schrauben und/oder Implantate beurteilen?

    Carbon/PEEK als Material ist in Röntgen und CT nicht sichtbar. Röntgenmarker aus Tantal (ein sehr röntgendichtes, in der Medizin oft verwendetes Metall) werden an spezifischen und wichtigen Stellen im Implantat eingebracht; die Implantate können damit einwandfrei lokalisiert und deren korrekte Lage beurteilt werden. Die Menge an Röntgenmarkern und damit das Metallvolumen im Implantat sind auf einem Minimum gehalten, um die Bildgebung nicht negativ zu beeinflussen.

  • Können die Implantate kundenspezifisch entwickelt und gefertigt werden?

    Aufgrund des speziellen Herstellverfahrens können keine kundenspezifischen Implantate hergestellt werden.

  • Können BlackArmor® Implantate sterilisiert oder resterilisiert werden?

    Alle BlackArmor® Implantate von icotec werden durch Bestrahlung sterilisiert und steril verpackt geliefert. Die Implantate dürfen nur einmal verwendet werden.

    Die Reinigung und erneute Sterilisation ist nicht erlaubt und können negative Auswirkungen auf die Sterilität oder die Biokompatibilität des Implantats haben.

  • Welche Schulungen und Workshops werden von icotec angeboten?

    Gerne stellen wir Ihnen auf Anfrage unsere aktuellen Schulungsdaten zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich direkt an unseren Hauptsitz in Altstätten. 

  • Gibt es für icotec BlackArmor® Produkte einen DRG-Code?

    Seit 2017 gibt es in Deutschland den Code 5-931.2. Der Code ist ein Zusatzcode und sollte bei Verwendung unseres BlackArmor® Carbon/PEEK-Materials der bisherigen Kodierung (z.B. Spondylodese) hinzugefügt werden.

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Weiterführende Literatur

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